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...gehört
zu den Mutigen im Land, die eigene, nachdenkliche Texte in
Mundart schreiben. Mund-Art sag ich hier bewusst und
im doppelten, also auch im englischen Sinn. Sicher hört man
sein Vorbild Bob Dylan musikalisch ziemlich heraus. Aber Ernst
Weeber hat Bob Dylan oder anderen guten Poeten mehr abgehört
als ein paar Gitarrenakkorde. (Ulrike Zöller,
Bayern2Radio) Es hatte schon etwas Familiäres,
wie Weeber mit seinem Publikum umging. Wo sonst Rockbands Hello
Milano ins Publikum johlen, wenn sie in Zürich
spielen, da machte Ernst Weeber sein Publikum neugierig, spannte
es auf die Folter und gab schließlich die Antwort mit einem
Lied. (Ebersberger Neueste Nachrichten) Etwas
verloren wirkt der nicht gerade große Mann auf der
weiträumigen Bühne, doch wenn er sich anschickt mit
seinen Liedern Geschichten zu erzählen, die das Leben
schreibt, wenn er erzählt von Abschied und Aufbruch, wirkt
er plötzlich groß (Fränkischer Tag)
Seine Lieder erzählen seine eigenen Geschichten, durch
den Dialekt bekommt der Zuhörer unmittelbar die
Betroffenheit des Musikers zu spüren. Allein mit seiner
Gitarre und Mundharmonika steht Weeber auf der Bühne,
beeindruckt durch seine zurückhaltende Art, aber mit
hintergründigen Liedern wie Der Wind weht, wo er mag,
die tief im Innern des Zuhörers wirken (Neue Presse)
Selten erlebt man bei Liedermachern derart gut gereimte
Texte, da stimmt jedes Versmaß. Weeber hätte die
Lieder ohne weiteres auch als Gedichte vortragen können.
(Ebersberger Zeitung)
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Und
jetzt, mei Freind, horch aufn Wind der möcht
endlich Antwort gebn! Ernst Weeber, Jahrgang 1952, kommt
als Liedermacher aus einer Zeit, als Bob Dylans Blowin in
the Wind, dieses Lied voller Fragen nach der Zukunft der
Menschheit, noch ohne Nostalgie gesungen und gehört wurde
und richtig betroffen machte. Die unbeantworteten Fragen sind
seither immer zahlreicher und bedrängender geworden und ohne
Betäubung kaum noch zu ertragen. Ernst Weebers Antwort:
Schwermut in Zorn und den Zorn in eine konstruktive Kraft
zurückverwandeln! Diese Antwort, so behauptet er, habe er
dem Wind abgehorcht...! Außer vom Bob Dylan der frühen
Jahre ist der Liederreimer aus der Münchener Gegend auch von
Wolf Biermann, Franz Josef Degenhardt und Leonard Cohen geprägt.
Er tritt solo auf, nur mit Gitarre und Mundharmonika, in der
Öffentlichkeit seit 1995. Seine Lieder sind ernst,
nachdenklich, balladenhaft, mahnend und oft ganz schön lang.
Im Jahr 2000 wurde er mit dem Förderpreis für
Songpoeten der Hanns-Seidel-Stiftung ausgezeichnet.
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Kontakt
Pressefotos
Flyer
(PDF, DIN A4, schwarzweiß)
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Auftritt-Termine:
zur Zeit keine.
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CDs
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Koa
Mond, koa Stern (1998)
Mitternachtsonn
(2009)
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Biografisches
und Texte
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Zur
Welt gekommen ist E.W. zu Weihnachten 1952
in München/Schwabing, aufgewachsen in Neufinsing am Rand vom
Erdinger Moos. Mitte der 60er Jahre
hört er Blowing In The Wind, gesungen und auf
der Gitarre begleitet von einem Freund seines älteren
Bruders. So begegnet E.W., der Beatles-Fan, dem Freewheelin
Bob Dylan. A Hard Rains A-Gonna Fall,
The Times They Are A-Changin und Mr.
Tambourine Man schlagen bei ihm ein wie der Blitz. Das ist
es! Eine Gitarre muß her! Auch Franz Josef Degenhardt, Wolf
Biermann und Leonard Cohen beeinflussen stark. 1972
beginnt er, eigene Lieder zu verfassen. 1973
Abitur, anschließend an der Universität München
studiert (Philosophie und Erziehungswissenschaften) ohne
bestimmtes Berufsziel; 1976
abruptes Ende des Studiums ohne Abschluß. Möchte nur
noch schreiben und singen, weiß aber nicht mehr, wovon und
worüber. Um sich die Kompetenz zur Liedermacherei zu
erwerben beschließt er, erst einmal ein Leben zu führen
wie jeder andere auch ohne aber dabei seine
Seele zu verkaufen. 1977/78
Job als Hausbote in einem großen Münchner Betrieb.
1979-82 Besuch einer
Fachschule für Naturheilkunde. Ab
1982 bis heute als Mitarbeiter in einem Wohnheim für
geistig behinderte Menschen tätig. 1983-92
Berufs- und Familienleben. Neue eigene Lieder erst wieder in den
90er Jahren. 1991 Koa
Mond, koa Stern,
Langweiler
und
Kanapee.
1993
sechswöchiger Aufenthalt bei einer Familie in Südafrika
und ein paar neue Lieder, jetzt in Englisch. 1995
erste Auftritte vor Publikum mit Liedern in bayrischer
Umgangssprache. Zweiter Aufenthalt in Südafrika. Talking
South Africa Bluhs,
Weiter
aufm Weg
,
Der
Wind waaht wo er mag,
Ausm
Traum aufgwacht,
Herz
auf der Hand
1996 Stammgast im Café
Sehnsucht.
Horch,
da singt oana a Liad.
1997 Dritter Aufenthalt in Südafrika.
Besuch auf Robben Island. Weit
is der Weg (und wo bist du?),
Wer
klopft so spät?,
Schad,
daß i net bei dir bleibn ko.
1998 Gwoant
vor Freud,
Es
soll wieder schöner werdn.
Erste CD, in Eigenproduktion, Koa
Mond, koa Stern. Mei
Herz ghört immer no dir.
2000 Auszeichnung mit dem
Förderpreis für Songpoeten der
Hanns-Seidel-Stiftung. 1999 Der
Schweiger,
Wenn
dSonn untergeht,
Wenn
i zu dir geh.
2000 Ois
wia wenn i der Täufer waar
2001 Mei
Herz muaß voller Torheit sei
Laß
mi bei dir sei wennss renga ofangt
Der
Sommer geht weiter.
2002 Warum
steh i jetzt ganz vorn?
2003 Total ausgebrannt. 2004
Wieder derrappelt [einigermaßen zu Kräften gekommen].
2007 Wind
um de Ohrn
und
Mitternachtsonn.
2009 Zweite CD
Mitternachtsonn.
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Die
Transkription der bayrischen Texte, ejejej, die ist so eine
Sach. Ich bin hier nicht nach strengen Regeln vorgegangen
und habe auch keine Sonderzeichen benützt, sondern
geschrieben, wie es mir gerade paßte, mal so, mal so, und
vor allem so, daß die Texte lesbar blieben. Allzubayrische
Wortungetüme habe ich vermieden, herausgekommen ist also ein
bayrisch-hochdeutscher Mischmasch. Ich habe nichts dagegen, wenn
einer, der das münchnerisch geprägte Bayrisch
beherrscht, konsequenter vorgeht und die Texte anders
transkribiert. E.W.
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Sie
fragen...
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...ob
die Zeit der Liedermacher nicht längst vorbei ist? Die
Zeit der alten Liedermacher ist vorbei. Doch die Zeit der Lieder
ist nicht vorbei, und deshalb brauchen wir immer neue
Liedermacher. Vielleicht erleben wir eine neue Zeit der
Liedermacher, wenn die Zeit der dröhnenden Musik und der
sound systems vorbei ist
oder zumindest eine größere Zahl von Menschen das
Hinhören und die Faszination der Schlichtheit wieder
entdeckt. Ich begegne immer wieder Menschen, die wie ich
selbst hungern nach Liedern, die durch ihren Genius
überzeugen, nicht erst durch symphonische Gewalt...
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...wies
mir so geht mit der Liedermacherei? Die
Bezeichnung Liedermacher gefällt mir nicht, aber
ich muss sie wohl auf mir sitzen lassen. Meine Lieder entstehen
meist aus einem melodischen Fragment und einer Ruhelosigkeit, und
ich brauche immer beschämend viel Zeit, um die passende
Metapher zu finden für das, was mich umtreibt. Und dann
brauche ich noch einmal viel Zeit und Konzentration, um die
Metapher zu einem ganzen Lied zusammenzureimen. Wie gerne
wäre ich ein richtiger Poet und Balladensänger, der die
Lieder nur so aus dem Ärmel schüttelt, Lieder, die die
Menschen ergreifen, bewegen, erfreuen, trösten und
ermutigen! Stattdessen kommen meine Lieder daher wie die Mahn-
und Trauerreden eines Propheten im Abseits. Ein Prophet bin ich
aber nicht also bin ich wahrscheinlich doch nur ein
Verfertiger von Machwerken...
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...warum
meine Lieder so ernst sind? Ich
finde es sehr wichtig, dass es lustige Lieder gibt, und ich
bewundere alle, die ihren Humor geistreich und gemütreich in
ihre Lieder einfließen lassen können, so dass diese
Lieder wirklich herzerfrischend werden. Ich selbst habe übrigens
auch Humor, muss ihn ja haben, denn sonst wär ich gewiss
schon vor die Hunde gegangen. Jedenfalls kann ich auch viel
lachen, besonders, wenn ich mir selber zuschau, wie närrisch
und tollpatschig ich mich durch die Welt bewege. Aber ein
geborener Spaßmacher und Entertainer bin ich nicht. Ich bin
introvertiert, grüblerisch und tüftlerisch veranlagt.
Ich hab kein Talent mich in Szene zu setzen oder durch meinen
spontanen Ausdruck zu brillieren, mein spontaner Ausdruck ist
eher langsam, mühsam und ein wenig umständlich. Für
mich war es schon immer mühevoll, einen treffenden und
einigermaßen geistreichen Ausdruck zu finden für das,
was ich sagen will. Für mich ist es nicht einfach, das, was
mich innerlich bewegt, nach außen zu bringen und
mitzuteilen. Ich habe früh damit begonnen, meinen Ausdruck
mit Bedacht zu gestalten, also dem, was mich ernstlich
bewegt, Gestalt zu geben. Meine Lieder sind solche Gestalten. Sie
wollen keine Weisheit verzapfen und keinen falschen Trost
spenden, sie wollen nicht zynisch sein und nicht spöttisch,
wollen den Alltag nicht zur Seifenoper und keine Menschenseele
lächerlich machen lächerlich genug stehe ich
selber da mit meinen Gesängen, die außer einer
Einladung zum Innehalten ja nichts weiter enthalten
als bruchstückhafte Erzählungen, ahnungsvolle
Assoziationen, halbverstandene Bedeutsamkeiten kurz: das
Gestammel eines Zeitgenossen, der wach zu werden versucht,
während ihm noch allerlei Traumbilder nachhängen...
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...warum
meine Lieder so lang sind? Wenn
ein Lied Gestalt angenommen hat und ich es zutage gefördert
habe, wenn es hörbar zu tönen beginnt, dann entsteht
eine anhaltende große Freude in mir und dazu eine Strophe
nach der anderen, eine Menge Strophen, bis der Bogen von der
ersten zur letzten vollendet ist. Freilich kommt man auf diese
Weise nicht zu einem Hit; ein solcher muss aus ganz
kurzen Bögen bestehen mit Refrains dazwischen als
Stützpfeiler. Und freilich weiß ich, dass solche
langen Lieder keine Lieder sind für die Vielen, die gepackt
sein wollen und gefüttert
(mit Häppchen). Aber ich selbst mag diese langen
Balladen, die erzählen vom Unterwegssein auf einer langen
Straße, von Ort zu Ort...
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...was
meine Botschaft sein soll? Was
soll ich dazu sagen? Ich will keine Sprüche klopfen. Falls
ich eine Botschaft habe, dann werde ich sie nicht in einem Vor-
oder Nachwort erklären sondern sie aus meinen Liedern
sprechen lassen. Die sprechen zunächst von Weltschmerz
und Liebeskummer, das geb ich ja auch immer wieder
zu. Weltschmerz und Liebeskummer: das sind Geburtswehen. Etwas
neues möchte geboren werden und heranwachsen. Liebeskummer
ein Fußweg von der Verliebtheit zur Liebe. Weltschmerz
eine Aufforderung zum Dableiben jetzt erst recht! Die
Menschheit ist in einer fatalen Richtung unterwegs, das zu
behaupten ist inzwischen ja keine Spinnerei mehr, und immer mehr
Menschen geraten in die fatalistische oder zynische Depression
oder in eine Art Panik, wenn sie sich nicht selbst betäuben
oder betäuben lassen. Ich habe auch meine Meinung dazu, aber
ich möchte nicht als politischer Prediger auftreten. Ich
will lieber versuchen, die Zuversicht in den Menschengemütern
zu stärken, und damit muss ich bei mir selbst beginnen, und
die Zuversicht darf nicht vor dem Weltschmerz fliehen sondern
muss ihm standhalten können. Manchmal gleite ich ein wenig
ins Agitieren ab, aber das empfinde ich als Schwäche und
Entgleisung, wenn ich dabei nicht zu mir selbst spreche.
Tatsächlich spreche ich vor allem zu mir selbst, wenn ich in
einem Lied du sage. Aber nicht einmal bei mir selbst
komme ich weit mit klugen Sprüchen. Vielleicht ist das ein
Teil meiner Botschaft: misstraue jedem, der sich so aufführt
als wüsste er ganz genau, wie das Leben funktioniert...
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...warum
ich solo auftrete, nur mit Gitarre und Mundharmonika? Wer
an die Animation durch raffinierte musikalische Arrangements
gewöhnt ist oder an die aufpeitschenden Bildschnitte von
Videoclips, der wird diese Lieder nicht nur zu lang sondern auch
einigermaßen monoton finden. Lange Lieder, nur mit der
Gitarre begleitet und ein paar Mundharmonika-Zwischenspielen,
setzen beim Publikum eine große Bereitschaft zum aktiven
Hinhören voraus. Diese Lieder wollen keine events im
üblichen Sinne sein, keine Dröhnung, wollen nicht
zerstreuen, nicht überwältigen, nicht berauschen. Sie
wollen nicht den Lärm der äußeren Welt übertönen
und nicht das Fragen und Suchen im Innern betäuben. Sie
wollen schlichte Balladen sein, die jeder für sich und in
aller Ruhe in seinem Herzen bewegen kann.
Ich bin dem gemeinsamen Musizieren übrigens nicht abgeneigt,
ich spiele mit großem
Vergnügen dann und wann zur Abwechslung mit anderen
Leuten zusammen. Aber typisch für mich wird
wahrscheinlich der puristische Solovortrag
bleiben...
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...wie
originell ich mich selber finde? Ich
wundere mich nicht, wenn die eine oder andere meiner Melodien
beim Zuhörer das Gefühl erzeugt: das hab ich doch
schon mal gehört, das kenne ich doch schon von woanders
her. Ich habe weder den Anspruch noch den Ehrgeiz,
möglichst originell zu sein und möglichst etwas noch
nie dagewesenes zu schaffen. Ich bin ein Kind meiner Kultur und
eine Stimme meiner Zeit und schaffe aus dem, was ich im Laufe des
Lebens aus meiner musikalischen Umwelt aufgenommen habe: das ist
der Kompost, auf dem meine eigenen Lieder wachsen. Freilich
bemühe ich mich, meine eigene Melodie und meinen eigenen
Ausdruck hervorzubringen. Aber wie könnte ich all das
verleugnen, was mich selbst geprägt hat? Nein, ich wundere
mich nicht, wenn in meinem Lied ein altes, längst bekanntes
durchschimmert, etwas, das ich selbst gehört und wieder
vergessen habe, und es fällt mir selber erst auf, wenn mich
jemand darauf hinweist...
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Ernst
Weeber
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