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ERNST WEEBER
„Und jetzt, mei Freind, horch auf‘n Wind – der möcht endlich Antwort gebn!“ Ernst Weeber, Jahrgang 1952, kommt als Liedermacher aus einer Zeit, als Bob Dylans Blowin‘ in the Wind, dieses Lied voller Fragen nach der Zukunft der Menschheit, noch ohne Nostalgie gesungen und gehört wurde und richtig betroffen machte. Die unbeantworteten Fragen sind seither immer zahlreicher und bedrängender geworden und ohne Betäubung kaum noch zu ertragen. Ernst Weebers Antwort: Schwermut in Zorn und den Zorn in eine konstruktive Kraft zurück verwandeln! Diese Antwort, so behauptet er, habe er dem Wind abgehorcht...! Er tritt solo auf, nur mit Gitarre und Mundharmonika, in der Öffentlichkeit seit 1995. Seine Lieder sind ernst, nachdenklich, balladenhaft, mahnend und oft ganz schön lang.


Texte

1991 Koa Mond, koa Stern, Langweiler, Kanapee. 1995 Talking South Africa Bluhs, Weiter aufm Weg, Der Wind waaht wo er mag, Ausm Traum aufgwacht, Herz auf der Hand 1996 Café Sehnsucht, Horch, da singt oana a Liad. 1997 Weit is der Weg (und wo bist du?), Wer klopft so spät?, Schad, daß i net bei dir bleibn ko. 1998 Gwoant vor Freud, Es soll wieder schöner werdn, Mei Herz ghört immer no dir. 1999 Der Schweiger, Wenn d‘Sonn untergeht, Wenn i zu dir geh. 2000 Ois wia wenn i der Täufer waar. 2001 Mei Herz muaß voller Torheit sei, Laß mi bei dir sei wenns‘s renga ofangt, Der Sommer geht weiter. 2002 Warum steh i jetzt ganz vorn? 2007 Wind um de Ohrn, Mitternachtsonn.

Die Transkription der bayrischen Texte, ejejej, die ist so eine Sach‘. Ich bin hier nicht nach strengen Regeln vorgegangen und habe auch keine Sonderzeichen benützt, sondern geschrieben, wie es mir gerade paßte, mal so, mal so, und vor allem so, daß die Texte lesbar blieben. Allzubayrische Wortungetüme habe ich vermieden, herausgekommen ist also ein bayrisch-hochdeutscher Mischmasch. Ich habe nichts dagegen, wenn einer, der das münchnerisch geprägte Bayrisch beherrscht, konsequenter vorgeht und die Texte anders transkribiert. E.W.


CDs: Koa Mond, koa Stern (1998) , Mitternachtsonn (2009)

Kontakt Pressefotos Flyer (PDF, DIN A4, schwarzweiß)


Sie fragen...

...ob die Zeit der Liedermacher nicht längst vorbei ist?
Die Zeit der alten Liedermacher ist vorbei. Doch die Zeit der Lieder ist nicht vorbei, und deshalb brauchen wir immer neue Liedermacher. Vielleicht erleben wir eine neue Zeit der Liedermacher, wenn die Zeit der dröhnenden Musik und der sound systems vorbei ist oder zumindest eine größere Zahl von Menschen das Hinhören und die Faszination der Schlichtheit wieder entdeckt.

...warum meine Lieder so ernst sind?
Weil ich introvertiert, grüblerisch und tüftlerisch veranlagt bin. Ich finde es sehr wichtig, dass es lustige Lieder gibt, und ich bewundere alle, die ihren Humor geistreich und gemütreich in ihre Lieder einfließen lassen können, so dass diese Lieder wirklich herzerfrischend werden. Ich selbst habe übrigens auch Humor, muss ihn ja haben, denn sonst wär ich gewiss schon vor die Hunde gegangen. Jedenfalls kann ich auch viel lachen, besonders, wenn ich mir selber zuschau, wie närrisch und tollpatschig ich mich durch die Welt bewege. Aber ein geborener Spaßmacher und Entertainer bin ich nicht. Für mich war es schon immer mühevoll, einen treffenden und einigermaßen geistreichen Ausdruck zu finden für das, was ich sagen will. „Lieder machen“ ist für mich eine Spielerei und Tüftelei, in die das einfließt, was mich „ernstlich“ bewegt.

...warum meine Lieder so lang sind?
Wenn ein neues Lied hörbar zu tönen beginnt, dann entsteht eine anhaltende große Freude in mir und dazu eine Strophe nach der anderen, eine Menge Strophen, bis der Bogen von der ersten zur letzten vollendet ist. So erzähle ich mir selbst vom Unterwegssein auf einer langen Straße, von Ort zu Ort...

...was meine Botschaft sein soll?
Wir Menschen sind in einer fatalen Richtung unterwegs, das zu behaupten ist inzwischen ja keine Spinnerei mehr, und immer mehr Menschen geraten in die fatalistische oder zynische Depression oder in eine Art Panik, wenn sie sich nicht selbst betäuben oder betäuben lassen. Ich möchte in mir selbst eine Zuversicht stärken, die nicht auf Verdrängung oder Betäubung beruht, sondern auf ehrlichem „Zorn“, auf dem Wissen, dass „Krise“ nicht notwendig „Untergang“ bedeutet, sondern zunächst einmal „Entscheidung“, und auf der entschlossenen Wahrnehmung der vielen, vielen Möglichkeiten, einen anderen Weg einzuschlagen.

Ernst Weeber