|
|
|
|
|
|
|
Herz
auf der Hand |
|
|
|
|
Vor
langer Zeit in a andern Welt hab i mein' Weg verlorn.
Seitdem hab
i g'hofft daß ma g'holfa wird – bin selber zum Helfer
'worn.
Und jetzt setz i mi zu euch mit an'n Tisch, laß mir
meine Karten gebn.
I spui mit, und i sag euch wia's is: i spui um
mei Leben.
D'Kartn
san austeilt. Was is für mi drin? Wer spuit? Wer sagt o?
Wer
trumpft auf und wer hoit mit? Wer steigt aus? Wer bleibt da?
Und
i hab koan oanzign Joker im Spui, für mi hoast's jetzt: Farb
zuagebn!
I hab lauter Herz auf der Hand. Und i spui um mei Lebn.
Manchmoi
is Herz Trumpf, manchmoi Schelln – gwitzt muaß i
allerweil sei!
Ob i an Stich mach is no net gsagt, mi legt a
jeder leicht rei'.
Und i heb mein' Arm mit aam Spatz in der Hand
– auf oamoi steh i danebn:
Mei Welt is verruckt, und i
schau ma zua wia i spui um mei Lebn.
Da
sitz' ma, und koana is z'friedn mit sei'm Blatt, und mia redn
aufanand ei.
Drauß' pfeift der Sturm, und d'Zeit vergeht,
es is scho zwölfe vorbei!
Und i tipp mir auf d'Schulter und
sag: es is Zeit! Magst di net endlich erhebn?
Nimm jetzt dein'
Huat und geh durch de Tür – sonst verspuist as, dei Lebn.
Wenn
i jetzt durch de Tür geh wird uns der Wind aan Staub in d'Stubn
eina waahn,
und i werd ma wünschn daß mi oana tragt,
weil mir d'Füaß eigschlaffa san!
Und i woaß
genau was da drauß' auf mi wart': 's Wetter, der Berg und der
Woid
und des Sternbuid am Himme; und wenn i jetzt bleib, dann is
mei Lebn verspuit.
Also
pfüat euch, ihr Liabn, pfüat euch, lebts woih, und habts
Dank für dee scheene Zeit!
Da drauß‘ vor der Tür
liegt der Weg den i suach, und i bin endlich soweit:
Meine Stiefe
san gschnürt und i hab was i brauch. Und i hör scho aan
Gockel schrein!
Den kenn i guat, und taat i eahm net folgn, er
taat ma‘s niamois verzeihn.