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langelieder > Bücherliste > Vandana Shiva 2006 |
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Vandana
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Als der koreanische Bauer Lee Kyung Hae sich 2003 am WTO-Ministertreffen von Cancún vor den Augen der Konferenzteilnehmer erstach, trug er ein Schild mit der Aufschrift »Die WTO tötet Bauern«. Sein Suizid ist lediglich der sichtbarste unter Zehntausenden: In Indien etwa sind allein im letzten Jahrzehnt 30 000 Bauern durch die Globalisierungspolitik getötet worden. Die wirtschaftsorientierten Handelsregeln der WTO entziehen den Kleinbauern auf der ganzen Welt die Existenzgrundlage und treiben sie in die Verzweiflung. Die indische Ökofeministin und Trägerin des Alternativen Friedensnobelpreises Vandana Shiva nennt ihre Vision einer gerechten Weltordnung »Erd-Demokratie«: eine Demokratie, die lokal und regional verankert ist – aber auf zentralen, universell gültigen Werten gründet. Eine Demokratie, die niemanden ausschließt von der Teilhabe an den Schätzen der Natur. Eine weltumspannende Demokratie, in der nicht die Interessen der Wirtschaft, sondern die Menschen und der nachhaltige Umgang mit der Natur im Zentrum stehen. Das Buch ist die Quintessenz der jahrelangen Forschungsarbeit Vandana Shivas zu ökologischen, gesellschaftlichen und politischen Themen – mit der »Erd-Demokratie« vereint sie ihre Einsichten in einer großen Leitidee. |
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Prof. Dr., geboren 1952 in Indien, Physikerin und Philosophin, zählt zu den herausragenden Denkerinnen unserer Zeit, wenn es um die Themen Umwelt, Frauenrechte und dezentralisierte Ökonomie geht. Im Laufe ihrer Arbeit hat sie den Begriff des »Ökofeminismus« geprägt: »Frauen und Natur wurden durch die industrielle Revolution auf ihre Rolle als Lieferanten von menschlichem und natürlichem Rohmaterial reduziert.« Daneben gilt ihr Engagement insbesondere dem Kampf um Biodiversität und gegen Biopatente. 1982 gründete sie die Research Foundation for Science, Technology and Ecology. Sie berät die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisationen der Vereinten Nationen (FAO) und ist Mitglied des Third World Networks. Die von Vandana Shiva ins Leben gerufene Organisation »Navdanja« (neun Saaten) gilt als Pionier einer Bewegung zur Sicherung von Saatgut traditioneller Nahrungspflanzen. Vandana Shiva ist Mitglied des Club of Rome, des Exekutivkomitees des Weltzukunftrates und Vizepräsidention von Slow Food International. Ihr Wirken als Wissenschaftlerin und Aktivistin wurde durch verschiedene Preise gewürdigt, u.a. den Alternativen Nobelpreis (1993), den Global 500 Award des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen und zuletzt den Save the World Award (2009). 2010 wurde ihr der Sydney Peace Prize verliehen. – Im Rotpunktverlag erschienen: Der Kampf um das blaue Gold. Ursachen und Folgen der Wasserverknappung (2003), Geraubte Ernte. Biodiversität und Ernährungspolitik (2004); Erd-Demokratie. Alternativen zur neoliberalen Globalisierung (2006), Leben ohne Erdöl. Eine Wirtschaft von unten gegen die Krise von oben (2009). |
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Inhaltsverzeichnis |
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Einleitung – Die Erde gehört nicht dem Menschen |
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Die zehn Prinzipien der Erd-Demokratie |
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Alle Spezies, Völker und Kulturen haben einen inneren Wert – Die Erdgemeinschaft ist eine Demokratie allen Lebens – In Natur und Kultur muss Diversität verteidigt werden – Alle Lebewesen haben ein natürliches Recht auf Lebensunterhalt – Erd-Demokratie basiert auf lebendigen Ökonomien und auf wirtschaftlicher Demokratie – Lebendige Ökonomien bauen auf lokale Wirtschaft – Erd-Demokratie ist eine lebendige Demokratie – Erd-Demokratie basiert auf lebendigen Kulturen – Lebendige Kulturen nähren das Leben – Erd-Demokratie globalisiert Frieden, Fürsorglichkeit und Solidarität |
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1. Lebendige Wirtschaft |
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Die drei Wirtschaftsmodelle |
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Die Naturwirtschaft – Die Bedarfswirtschaft – Markt und Märkte – Die Herrschaft des Marktes |
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Vom Gemeingut zur Ware |
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Terra nullius – Die Einhegung der Allmende – Kolonialismus als Einhegung – Die Geburt der Konzerne – Die Wirtschaftsglobalisierung – Wachstum und Effizienz des Marktes – Globalisierte Agrikultur – Die Mär von der billigen Nahrung |
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Aktuelle Einhegungen |
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Das Recht an geistigem Eigentum – Die Privatisierung des Wassers – »Übergriffe« und Einhegungen – Verlust der Arbeitssicherheit |
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Die Blindheit des Marktes |
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»Fortschritt« statt Nachhaltigkeit – Kapitalakkumulation statt Stabilität – Die falsche Tragik der Allmende – Mythos Überbevölkerung |
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Eine Wirtschaft für alle |
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Gerechtigkeit und Stabilität – Die Lokalisierung der Wirtschaft – Die Regulierung des Marktes – Stärkung der Existenzgrundlagen |
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Lebendige Wirtschaft in der Praxis |
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Die Chipko-Frauen – Navdanya: eine lebendige Nahrungswirtschaft – Lijjad Papad: eine Frauenwirtschaft – Dabbawalas: die Würde der Arbeit – Der Kreis des Lebens |
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2. Lebendige Demokratie |
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Die Demokratie neu erfinden |
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Die Krise der Demokratie – Sieg in Cancún – Der freie Markt und der Fundamentalismus |
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Das Lokale und das Globale neu definieren |
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Die Gesellschaft, der Staat und die Konzerne – Von der Ausgrenzung zur Integration – Lokalisierung heißt nicht Abschottung – Protektionismus von unten |
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Vielfalt und Freiheit |
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Saatgut als Menschenrecht – Im Alltag beginnen |
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Biodiversität statt Monokultur |
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Giftige Verschmutzung – Schwindende Wasserressourcen – Bodenerosion und Bodenfruchtbarkeit – Treibhausgase und Klimawechsel – Biologischer Anbau ist ökologisch und wirtschaftlich |
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Demokratie für alle |
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3. Lebendige Kultur |
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Von Kulturen des Todes zu Kulturen des Lebens |
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Die Monokultur des Denkens – Ahimsa: eine Kultur der Gewaltlosigkeit |
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Globalisierung und Kulturkriege |
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Der Krieg gegen die Bauern – Globalisierung als Genozid – Agroexport und Auftragslandwirtschaft |
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Der Krieg gegen die Frauen |
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Handel versus Naturwirtschaft – Globalisierung und Gender – Religiöser Fundamentalismus und Marktfundamentalismus – Fetozid: wenn Frauen verschwinden – Wächterinnen über Leben und Zukunft – Erklärung gegenseitiger Abhängigkeit |
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4. Erd-Demokratie in Aktion |
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Bija Swaraj: die Demokratie allen Lebens |
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Basmati-Biopiraterie – Bija Satyaghara: ziviler Ungehorsam |
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Anna Swaraj: Nahrungsdemokratie |
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Ein Gesetz für den Nahrungsfaschismus – Vielfältige Gesetze für eine vielfältige Nahrungswirtschaft – Das Recht auf Information – Terra Madre: Ein Fest der lebendigen Wirtschaft – Ein anderes Paradigma für Nahrung – Nahrungsdemokratie |
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Jal Swaraj: Wasserdemokratie |
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Frauen gegen Coca-Cola – Die Erklärung von Plachimada – Wasserdemokratie in Delhi schaffen – Bürgerfront für Wasserdemokratie – Flussumleitung: das Traumprojekt der Wasserpiraten – Der Himalaja-Teil – Der Halbinsel-Teil |
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Die Freiheit zu leben |
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Literatur |
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Leseprobe |
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Einleitung
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Erd-Demokratie
ist sowohl eine uralte Weltanschauung als auch eine neu
entstehende politische Bewegung für Frieden, Gerechtigkeit
und Nachhaltigkeit: Erd-Demokratie verbindet das Besondere mit
dem Allgemeinen, das Verschiedenartige mit dem, was wir alle
gemein haben, und das Lokale mit dem Globalen. Sie beinhaltet
das, was wir in Indien vasudhaiva kutumbkam (»Erdfamille«)
nennen – die Gemeinschaft aller Lebewesen, die von der Erde
getragen und genährt werden. Seit je haben die
amerikanischen Ureinwohner und die indigenen Kulturen auf der
ganzen Welt das Leben als ein Kontinuum zwischen Menschen und
anderen Spezies sowie zwischen gegenwärtigen, vergangenen
und zukünftigen Generationen erlebt und verstanden. Eine
Rede aus dem 19. Jahrhundert, welche Häuptling Seattle
zugeschrieben wird, beschreibt das Kontinuum des Lebens so: »Wie
kann man den Himmel kaufen oder verkaufen – oder die Wärme
der Erde? Diese Vorstellung ist uns fremd. Wenn wir die Frische
der Luft und das Glitzern des Wassers nicht besitzen – wie
könnt ihr sie von uns kaufen? Jeder Teil dieser Erde ist
meinem Volk heilig, jede glänzende Tannennadel, jeder
sandige Strand, jeder Nebel in den dunklen Wäldern, jede
Lichtung, jedes summende Insekt ist heilig in den Gedanken und
Erfahrungen meines Volkes. Der Saft, der in den Bäumen
steigt, trägt die Erinnerung des roten Mannes. [...] Denn
das wissen wir, die Erde gehört nicht den Menschen, der
Mensch gehört zur Erde – das wissen wir: Alles ist
miteinander verbunden, wie das Blut, das eine Familie vereint.
Alles ist verbunden.« (Seattle 1997, 8-26) |
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[...] |
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Die zehn Prinzipien der Erd-Demokratie |
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Alle
Spezies, Völker und Kulturen haben einen inneren Wert |
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Siehe auch |
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Vandana Shiva: Leben ohne Erdöl – Eine Wirtschaft von unten gegen die Krise von oben |
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Geseko von Lüpke: Die Alternative – Wege und Weltbild des Alternativen Nobelpreises. |
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Herbert Rauch / Alfred Strigl: Die Wende der Titanic – Wiener Deklaration für eine zukunftsfähige Weltordnung |
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Jerry Mander / John Cavanough (Hrsg.): Eine andere Welt ist möglich – Alternativen zur Globalisierung |
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